Kanada baut Wirtschaftsbeziehungen zu Südostasien aus
MANILA – Kanada steht kurz vor dem Abschluss wichtiger Handelsabkommen mit den Philippinen und dem Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN). Ottawa will seine Wirtschaftsbeziehungen in Südostasien weiter ausbauen.
Der kanadische Handelsminister Maninder Sidhu erklärte, die Verhandlungen zu beiden Abkommen seien zu über 90 % abgeschlossen.
Laut Reuters strebt Kanada an, die Abkommen etwa zum Zeitpunkt des Besuchs von Premierminister Mark Carney in Manila im November abzuschließen.
Die Verhandlungen sind Teil der umfassenderen Strategie Kanadas, die internationalen Wirtschaftsbeziehungen zu diversifizieren und globale Lieferketten zu stärken.
Energie als große Chance
Energie könnte sich zu einem der wichtigsten Bereiche der erweiterten Zusammenarbeit entwickeln.
Kanada entwickelt entlang seiner Pazifikküste Flüssigerdgasprojekte (LNG), die den asiatischen Markt bedienen sollen.
Viele südostasiatische Volkswirtschaften sind weiterhin von Energieimporten abhängig, weshalb Versorgungssicherheit ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor ist.
Kanada sieht seine wachsende LNG-Exportkapazität als potenziellen Beitrag zur regionalen Energiediversifizierung.
Investitionsmöglichkeiten könnten über den traditionellen Energiesektor hinausgehen.
Kanada hat zudem Chancen im Zusammenhang mit der wachsenden digitalen Wirtschaft der Philippinen identifiziert, darunter Rechenzentren und die dazugehörige Infrastruktur, da die Nachfrage nach künstlicher Intelligenz und digitalen Dienstleistungen steigt.
Ottawa hat darüber hinaus Mittel für den Wirtschaftskorridor Luzon zugesagt, ein bedeutendes Wirtschafts- und Produktionszentrum auf den Philippinen.
Ein abgeschlossenes Handelsabkommen könnte Unternehmen klarere Rahmenbedingungen für Investitionen und den grenzüberschreitenden Handel bieten und gleichzeitig Kanadas wirtschaftliche Präsenz in einer der am schnellsten wachsenden Regionen der Welt stärken.
Die Verhandlungsführer müssen noch die verbleibenden Bestimmungen ausarbeiten, bevor ein Abkommen formell genehmigt und umgesetzt werden kann.



